Erschreckende Zustände herrschten jahrelang in den Hinterhöfen der Vonovia im Alten Bahnhofsviertel im Zentrum Wilhelmsburg. Die Anwohner kämpften schon lange gegen Ratten und zunehmende Verwahrlosung. Nunmehr scheint nach dem entschiedenen Eingreifen der CDU-Fraktion im Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel/Kleiner Grasbrook im vergangenen Sommer, das bundesweit für Aufsehen sorgte, langsam Bewegung in die Sache zu kommen.

Wie der Wilhelmsburger CDU-Bezirksabgeordnete Jörn Frommann berichtete, waren in der Sitzung des Regionalausschusses Ende September Vertreterinnen der Vonovia zu Gast und berichteten aus ihrer Sicht über die aktuelle Lage und Maßnahmen. Auch wenn eine Reihe von Dingen aufgezählt wurden, an denen die Vonovia arbeitet, so war der Bericht für die meisten der Anwesenden, darunter auch rund zwanzig Bewohner des Quartiers, wenig überzeugend.

„Leider ist die Vonovia auch an diesem Abend wieder viele Antworten schuldig geblieben oder den Fragen ausgewichen“ stellt Jörn Frommann, Sprecher der CDU-Fraktion im Regionalausschuss, fest. Dennoch bezeichnet er das bisherige Engagement der Bewohner und der CDU als Erfolg. „Immerhin konnten wir bei unserem erneuten Rundgang Anfang Oktober feststellen, dass die Vonovia gehandelt hat und einige Punkte zumindest angegangen ist“, fasst Frommann das Ergebnis des Rundgangs im Anschluss an den Quartiersstand zusammen, bei dem die Elbinsel-Christdemokraten in regelmäßigen Abständen die unterschiedlichen Quartiere zu besonderen Problemlagen besuchen, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

„Insbesondere konnten wir feststellen, dass endlich rigoros das Grün in den Bereichen zurückgenommen wurde, in denen sich die Ratten ansonsten tummelten. Auch wurden die Müllplätze freigelegt und die Betoneinhausungen für die Müllcontainer wurden endlich wieder in Benutzung genommen“, berichtet der CDU-Sprecher weiter. Dennoch bleiben insbesondere die Ratten ein großes Problem in den Hinterhöfen.

„Leider hat sich die Situation für die Kinder noch nicht verbessert“ kritisiert Frommann seine Erkenntnisse des Rundgangs. „Die Spiel- und Grünflächen in allen Hinterhöfen befinden sich weiter in einem erbarmungswürdigen Zustand und wurden nicht angepackt. Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Spätestens mit Beginn des kommenden Frühjahrs ist die Vonovia aufgefordert, hier ordnungsgemäße Zustände herzustellen und den Kindern vernünftige und sichere Spiel- und Bewegungsflächen zur Verfügung zu stellen“ fordert Frommann.

Wie wenig sich die Vonovia offensichtlich um Ihre Bestände kümmert, zeigt sich aber nicht nur in den Innenhöfen. Auch an den straßenseitigen Fassaden wird deutlich, dass das Engagement der Wohnungsgesellschaft nicht weit her sein kann. So hängen dort immer noch die seit 25 Jahren nicht mehr genutzten und unansehnlichen Schaukästen eines Vereins aus dem Quartier und auch der eine oder andere ehemalige Kaugummiautomat, der gefährliche Ecken und Kanten aufweist, scheint die Vonovia im Außenbild nicht wirklich zu stören. „Wer so mit seinem Eigentum umgeht, dem kann man das jetzige Engagement nur bedingt abnehmen“ fasst Jörn Frommann die Stimmung im Quartier zusammen und kündigt an, weiter am Ball zu bleiben.