Ob Staus, zunehmender Wirtschaftsverkehr, überlastete Straßen oder Einschränkungen im Busverkehr: Der Senat bestätigt die angespannte Verkehrslage in Finkenwerder an zahlreichen Stellen selbst. Gleichzeitig fehlen jedoch konkrete Lösungen, verbindliche Zeitpläne und eine erkennbare Gesamtstrategie für den Stadtteil.
Besonders kritisch ist: Der Senat verfügt offenbar nicht einmal über eine belastbare Datengrundlage zur Entwicklung des Verkehrsaufkommens. Obwohl die Probleme seit Jahren bekannt sind, existiert in Finkenwerder keine Zählstelle, mit der die Verkehrsentwicklung nachvollzogen werden könnte. Wer über Jahre keine verlässlichen Daten erhebt, kann Verkehrsprobleme weder wirksam steuern noch nachhaltig lösen.
Dazu erklärt Pascal Wille, CDU-Mitglied im Regionalausschuss Finkenwerder: „Die Antworten des Senats sind ernüchternd. Die Probleme werden zwar anerkannt, konkrete Konsequenzen bleiben jedoch weitgehend aus. Besonders irritierend ist, dass der Senat einerseits von erhöhter Verkehrsdichte und betrieblichen Einschränkungen spricht, andererseits aber offenbar keine ausreichenden Verkehrsdaten erhebt. Das ist keine vorausschauende Verkehrsplanung.“
Auch bei zentralen Infrastrukturfragen bleibt der Senat auffällig unverbindlich. Neue Fährverbindungen werden derzeit nicht einmal geprüft, konkrete Straßensanierungen existieren nicht und selbst bei bekannten Problembereichen wie dem Finksweg sieht der Senat „keinen besonderen Handlungsbedarf“ – obwohl gleichzeitig enge Verkehrsverhältnisse und Verzögerungen im Busverkehr eingeräumt werden.
Hinzu kommt, dass der Senat die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger teilweise relativiert. So werden zwar Lärmbrennpunkte in Finkenwerder bestätigt, konkrete Zeitpläne für Gegenmaßnahmen kann der Senat jedoch nicht benennen. Gleichzeitig heißt es, es lägen keine Verkehrslärmbeschwerden vor.
Dazu erklärt Fabian Haase, Sprecher der CDU-Fraktion im Regionalausschuss Finkenwerder: „Die Menschen in Finkenwerder erwarten zu Recht mehr als Prüfaufträge und unverbindliche Perspektiven. Wer die Probleme kennt, muss auch handeln. Stattdessen erleben die Bürgerinnen und Bürger seit Jahren Staus, unzuverlässige Verbindungen und fehlende Fortschritte bei der Infrastruktur. Finkenwerder braucht endlich eine verlässliche und langfristig gedachte Verkehrsstrategie.“
Für die CDU Hamburg ist klar: Finkenwerder darf verkehrspolitisch nicht weiter abgehängt werden. Hamburg braucht eine datenbasierte, verbindliche und zukunftsfähige Verkehrsplanung für den Hamburger Süden – statt bloßer Verwaltung des Problems.
