Hamburgs älteste Kita, die in der Neustadt gelegene und bereits 1852 als Krippe gegründete städtische Kita Kohlhöfen, soll schließen. Bis Sommer 2027 müssen sich die Eltern eine neue Möglichkeit suchen, ihre Kinder unterzubringen, so der Betreiber Elbkinder. Zurecht sorgt diese Mitteilung bei den betroffenen Eltern und Kindern für großen Unmut. Folge sind dann auch eine Petition und eine verständliche und entschlossene Demonstration am heutigen Nachmittag, um die Kita doch noch zu retten.

Wartelisten für Eltern und Kinder auf der Suche nach einem neuen Kitaplatz und der gleichzeitige Hinweis der Stadt, dass Kindergartenplätze nicht mehr ausreichend nachgefragt werden, sind eindeutig der falsche Weg. Warum der städtische Anbieter die Schließung betreibt und nicht z.B. auf örtlich ansässige Unternehmen und Behörden zugegangen ist und Kooperationen für die Kinder von Mitarbeitern angeboten hat, ist unklar.

Dazu erklärt die zuständige CDU-Wahlkreisabgeordnete für Hamburg-Mitte, Stefanie Blaschka MdHB: „In Zeiten, in der die wachsende Stadt zum Sinnbild für Hamburg geworden ist, darf es nicht sein, dass gerade ein städtischer Anbieter sich ausgerechnet in der Neustadt aus dem Bereich der frühkindlichen und kindlichen Erziehung und Betreuung zurückzieht. Eine wohnort- oder arbeitsortnahe Kinderbetreuung ist ein zentraler Baustein für eine lebendige, durchmischte und attraktive Innenstadt. Die Schließung dieses traditionsreichen Standorts steht diesem Ziel entgegen und sendet das falsche Signal an junge Familien.“

Gerade auch unter stadtplanerischen Gesichtspunkten ist eine solche Entscheidung vollkommen unverständlich. Der Sprecher der CDU-Bezirksfraktion Hamburg-Mitte für die Neustadt, Roland Hoitz betont: „Wenn Familien bewusst auch im innerstädtischen Bereich der Stadt gehalten und unterstützt werden sollen, darf die dafür notwendige Infrastruktur nicht ausgedünnt werden.“

Diese Praxis der Kindergartenschließungen muss in der Neustadt und insgesamt in Hamburg endlich beendet werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Betreuung der Kinder systematisch seitens Hamburgs abgebaut wird.